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Tags: Sandra Öhl, Interview, Autorin

Autor/in: Caroline Breitfelder

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Sandra Öhl (35) ist Österreicherin und Freie Regisseurin im Bereich Werbung und Spielfilm. Nachdem sie diverse Drehbücher und auch eine Fantasy-Romanreihe geschrieben hat, möchte sie sich nun an die altägyptische Mythologie wagen und ihre zwei Leidenschaften, Film und Buch, miteinander verbinden. Wie ihr das gelungen ist, das fragen wir von Bookbakers die Autorin heute.

 

Die Autorin Sandra Öhl erzählt uns von ihrem neuen Projekt.

BOOKBAKERS: Liebe Sandra, ich muss gleich mal fragen: Bist du ein Fan des alten Ägypten?

SANDRA: Ja, das bin ich – wer ist das nicht! 🙂

 

BOOKBAKERS: Ganz kurz und knackig: Worum geht es in deinem Buch „Die Bentleys und das Buch der Isis“?

SANDRA: Inspiriert von den Abenteuerklassikern der 80er Jahre ist „Die Bentleys und das Buch der Isis“ ein witziges, actionreiches Familienabenteuer, gespickt mit Humor, der in den Charakteren und Figuren wurzelt – featuring die Bentleys, eine nicht alltägliche Familie, von der die ägyptischen Götter lernen, was Familie und Glaube gemeinsam haben.

„Ein witziges, actionreiches Familienabenteuer, gespickt mit Humor“

BOOKBAKERS: Die Geschichte der Bentleys ist also eng verknüpft mit ägyptischer Mythologie. Wieso hast du dich für diese Thematik entschieden und wie sehr hast du dich beim Schreiben der Geschichte in die Recherche gestürzt?

SANDRA: Wer meine anderen Bücher kennt, weiß, dass ich einen verdächtig ausgeprägten Hang zur Mythologie habe. Für meine Recherche bin ich tatsächlich von Manhattan über London und Kairo bis nach Luxor gereist und habe dort Howard Carters Haus besucht – falls es euch mal nach Luxor verschlägt, solltet ihr euch das auf keinen Fall entgehen lassen. Ich habe mich also sozusagen auf die Spuren der Bentleys begeben und bin dabei ganz zufällig auf Bastet, Anubis und Horus gestoßen.

Anubis
Bastet
Horus

„Die Götter sind nicht so göttlich, wie man denkt!“

BOOKBAKERS: Die altägyptischen Götter bekommen bei dir ein etwas anderes Gesicht als wir es aus der klassischen Mythologie kennen … Was könnte uns an ihnen überraschen, wenn wir die Geschichte der Bentleys lesen?

SANDRA: Ich würde vorschlagen, ihr lasst euch einfach überraschen – aber eines kann ich auf alle Fälle vorab verraten: Die Götter sind nicht so göttlich, wie man denkt! Also wer Soul mag, wird Anubis lieben; wer auf Diven steht, wird eher mit Bastet liebäugeln, und Horus – naja, es muss auch immer einen geben, der ein bisschen Vernunft zeigt.

 

BOOKBAKERS: Wenn du eine Zeitmaschine zur Verfügung hättest: Würdest du dich direkt ins Alte Ägypten katapultieren lassen? Oder vielleicht doch lieber die Goldenen Zwanziger besuchen?

SANDRA: Ich würde mogeln und mir einen „Ride“ für jede Epoche besorgen – wer gibt sich denn mit nur einem Trip in die Vergangenheit zufrieden? Aber Ägypten wäre auf alle Fälle dabei! Wobei ich während meiner Reise bereits so einen kleinen Einblick in die Vergangenheit erhalten hatte, als ich das Grab der Nefertari besucht habe. Es ist das einzige Grab, in dem noch die originalen Wandreliefs und Wandmalereien erhalten sind – wenn man diese schillernden, lebendigen Szenen mit eigenen Augen gesehen hat, dann versteht man erst, wie es damals im Alten Ägypten ausgesehen haben muss.

„Während dem Schreiben läuft in meinem Kopf ein Film ab“

BOOKBAKERS: Bleiben wir noch ein bisschen bei dir. Auch wenn „Die Bentleys und das Buch der Isis“ nicht dein erstes Buch ist*, arbeitest du ja eigentlich als Freie Regisseurin, nicht als ,klassische‘ Schriftstellerin. Inwiefern beeinflusst das dein Schreiben?

SANDRA: Mein Beruf beeinflusst mein Schreiben wahrscheinlich insofern, dass es bei mir während des Schreibprozesses ein bisschen so ist, als würde ein Film in meinem Kopf ablaufen – aber ich denke, so ist das bei anderen Kollegen und Kolleginnen auch. Erst wenn du praktisch on location bist und die Figuren hörst und siehst, werden sie lebendig – auf alle Fälle verhält es sich bei mir so.

 

BOOKBAKERS: Ganz abgelegt hast du deine Haut nicht: Das Buch über die Bentleys soll filmische Elemente enthalten. Was genau ist damit gemeint, was erwartet unsere Leser und Leserinnen?

SANDRA: Nein, und die möchte ich auch gar nicht ablegen – ich finde es immer spannend, wenn Grenzen verschwimmen und somit etwas Neues entstehen kann. Grenzen starr aufrechtzuerhalten, um die Dinge tunlichst voneinander zu trennen, damit man sie sauber in eine Schublade stecken kann, ist nicht so ganz mein Ding.

Aber zurück zu deiner Frage: Was erwartet euch? „Die Bentleys und das Buch der Isis“ ist praktisch Family-Content zwischen zwei Deckeln – wer „The Incredibles“ kennt, weiß, was ich meine. Das Buch ist für die gesamte Familie gedacht – wieso sollte man nur Filme gemeinsam gucken, aber Bücher getrennt lesen? Ein Familienleseabend anstatt eines Familienfilmeabends ist doch auch mal einen Versuch wert, oder?

Ägypten

„Ein Familienleseabend anstatt eines Familienfilmeabends ist doch auch mal einen Versuch wert, oder?“

BOOKBAKERS:  Auf jeden Fall! Wie läuft der Schreibprozess denn allgemein bei dir ab? Schreibst du wild drauflos oder hast du einen durchdachten Plan, bevor du in die Tasten haust?

SANDRA: Terry Pratchett hat das mal sehr schön erklärt und ich klaue das jetzt einfach: „Ich kenne den Anfang und das Ende der Geschichte, dazwischen gucken einige Tannenwipfel aus dem Nebel, von denen aus man durch die Geschichte hüpft.“ Bei mir verhält es sich nicht unähnlich, einfach weil ich den Charakteren ein wenig Luft geben möchte, damit sie wirklich lebendig werden. Manchmal überraschen sie mich und ich muss dann so richtig knifflige Situationen lösen.

 

BOOKBAKERS:  Knifflige Situationen? Welche zum Beispiel?

SANDRA: Bei Kitty Kathstone, Band 2 tauchte plötzlich eine Figur so mir nichts dir nichts auf – einfach so. Wir haben uns dann mal kurz unter vier Augen unterhalten, geht ja gar nicht, dass man einfach so ins Geschehen platzt. Nach einem kurzen Schlagabtausch habe ich die Figur dann tatsächlich in die Geschichte eingebaut, letztendlich hat es sich gelohnt – alleine schon wegen den humorvollen Zwischenmeldungen.

 

BOOKBAKERS: Gibt es noch andere Anekdoten zum Buch, die du uns erzählen kannst?

SANDRA: Den „Old Market“ und dessen Händler gibt es tatsächlich, also wenn ihr Luxor besucht, schaut unbedingt im „Old Market“ vorbei!

 

* von Sandra Öhl bereits erschienen: Kitty Kathstone (2016).

Interview von Caroline Breitfelder

 

 

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